Kritische Wochen an der RUB 2022

Du bist neu in Bochum? Du möchtest aktiv werden? Du interessierst dich für gesellschaftskritische Perspektiven? Du lebst schon länger in der Stadt und hast Lust auf Vernetzung?

Es ist wieder so weit: Zeit für die Kritischen Wochen an der RUB. Nachdem wir letztes Jahr die kritischen Wochen digital veranstalten konnten, finden sie dieses Jahr endlich wieder in Präsenz statt.

Die Kritischen Wochen an der Rub sind eine seit 2018 durchgeführte Veranstaltungsreihe des Fachschaftsrat Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Sie geben Raum für Austausch, Vernetzung und Diskussion mit thematischem Bezug auf auf gesellschaftliche Phänomene aus kritischer Perspektive. Die veranstaltenden Gruppen und Initiativen haben verschiedenste Veranstaltungen mit den unterschiedlichsten Themen vorbereitet, so dass eine breite Masse an Inhalten abgedeckt wird.

Der Großteil der Veranstaltungen ist in Präsenz geplant. Wenn die technischen Voraussetzungen der Räume es hergeben, finden die Veranstaltungen auch hybrid via Zoom statt. 
 
Alle Veranstaltungen, sollten sie in hybrid stattfinden, könnt ihr unter folgendem Zoom-Link erreichen: https://ruhr-uni-bochum.zoom.us/j/61915884657?pwd=cTBld2R5ZW83Z3RQV1VNNktpN3NMZz09
 
Meeting-ID: 619 1588 4657
Passwort: RuBbs!

 
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Wir freuen uns auf euch und hoffen auf eine gute gemeinsame Zeit, spannende Vorträge, einen Platz für Austausch und Diskussion.
 
Euer Kriwo-Team

Wie schaffen wir uns selbst ab?Was passieren muss, damit ArbeiterKind.de nicht mehr notwendig ist

Datum, Uhrzeit: Samstag 28.06., 14 Uhr
Ort: GABF 04/411
Veranstalter*in: ArbeiterKind

barrierefreier Ort

Was braucht es, damit Herkunft nicht länger über Bildungserfolg entscheidet? In dieser Veranstaltung berichten Referent*innen aus ihrer eigenen Bildungsbiografie: vom Aufwachsen in nicht-akademischen Familien, vom Weg über Ausbildung, zweiten Bildungsweg und Studienfachwechsel ins und durchs Studium – bis hin zur Promotion. Auch Themen wie Migrationsgeschichte, finanzielle Hürden oder fehlende Netzwerke spielen eine Rolle.Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um echte Bildungsgerechtigkeit zu erreichen – und damit Organisationen wie ArbeiterKind.de überflüssig zu machen.

“Ich werd’ hier noch behindert” Von den Kiesel- und Pflastersteinen, bis hin zu den Felsen und Bergen, die behinderten Studis in den Weg gelegt werden

Datum, Uhrzeit: Freitag 27.06., 18 Uhr
Ort: GD 03/141
Veranstalter*in: Autonomes Referat für Menschen mit Behinderungen und sämtlichen Beeinträchtigungen

barrierefreier Ort, barrierefreies WC GD 03/142

Als chronisch erkrankte, beeinträchtigte oder behinderte Studis hat man mit Hürden zu kämpfen, mit denen man nicht immer kämpfen kann. Wir alle haben schon mehr als genug diskriminierende und teilweise erniedrigende Erfahrungen mitgemacht – die auch manchmal zum Trauma werden. 

Das autonome Referat für Menschen mit Behinderungen und sämtlichen Beeinträchtigungen (AR-MBSB) berichtet von den vielen, vielen Erfahrungen der betroffenen Studis bezüglich dem Umgang der Universität, der Professoren und der Verwaltung mit ihren Behinderungen und verkündet Forderungen und Verbesserungswünsche der betroffenen Studis. 

Das Leben und der nicht-ermöglichte Studienalltag vieler wird hier dem Publikum nahe gebracht und verständlich wiedergegeben. Danach werden auch Forderungen und Verbesserungswünsche der betroffenen Studis vorgetragen und verkündet. Im Anschluss können gerne Leute aus dem Publikum sich zum Gesagten äußern oder ihre eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, als auch Erwartungen, Vorschläge und Wünsche äußern. 

Dieser Vortrag dient nicht nur der Öffentlichkeitsarbeit – sondern dient dann auch als Basis und Auftakt zu den zukünftigen Arbeitsaufträgen des Referats!

Wie kann eine solidarische Innenstadt aussehen? Ein Stadtrundgang

Datum, Uhrzeit: Freitag 27.06., 16 Uhr
Ort: Glocke am Rathaus Bochum
Veranstalter*in: Stadt für Alle

Wie viele andere Innenstädte steht der Innenstadt Bochum eine Transformation bevor. Klar ist, die Innenstadt funktioniert nicht mehr als Ort des Konsums. Ein Ladenlokal nach dem anderen schließt und die leeren Schaufensterscheiben schauen uns trübe an. Mehr und mehr verliert die Innenstadt an Lebendigkeit. Der Puls der Stadt wird schwächer. Aber muss das so sein. Könnte die Innenstadt ein Ort werden, an dem wir uns begegnen können? Städtische Gebäude und leerstehende Ladenlokale bieten Raum für die ihre Funktionen verlagern könnten für  gemeinwohlorientierte Projekte und soziale Infrastruktur. genutzt werden, wie Stadtteilkantinen Tageseinrichtungen, Proberäume uns vieles mehr. . Leerstehende Ladenlokale bieten Raum für gemeinschaftliche Wohnzimmer, Lernräume, Arbeitsplätze oder Sprachcafes.

Nutzen wir diese Gelegenheit und schmieden gemeinsam Pläne, wie wir unsere Innenstadt gemeinsam gestalten wollen und welche Werkzeuge wir dafür nutzen können. In einer Zeit, in der es immer wichtiger wird, Gemeinsames zu schaffen, anstatt uns gegen andere abzugrenzen, wollen wir die Stadt als Gemeinwesen begreifen und unsere Demokratie lebendig werden lassen.

Gemeinsam mit euch wollen wir Orte ansteuern, die eine Stadt für Alle möglich machen können. Und was das alles mit Feminismus und einer ökologischen Stadt zu tun hat, werdet ihr mit uns gemeinsam diskutieren können.

Antisemitismus in emanzipatorischen Bewegungen

Datum, Uhrzeit: Donnerstag 26.06., 18 Uhr
Ort: GD 03/141
Referent*in: Anastasia Tikhomirova

barrierefreier Ort, barrierefreies WC GD 03/142

Seit dem 7. Oktober 2023 zeigt sich in vielen progressiven Bewegungen Antisemitismus immer unverhohlener. Viele Akteure nutzen dafür Israels Krieg in Gaza als Gelegenheitsstruktur, teilweise im Schulterschluss mit Islamisten oder (migrantischen) Rechten. Der Vortrag versucht die Fragen danach zu beantworten, was Antisemitismus ist und wie er funktioniert, warum auch progressive Kreise für diesen anfällig sind und wie die Debatte um den Nahostkonflikt auch ohne antisemitische Projektionen geführt werden kann.

Graue Wölfe – Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland

Datum, Uhrzeit: Mittwoch 25.06., 18:30 Uhr
Ort: Soziales Zentrum
Veranstalter*in: Offenes Antifa-Café Bochum
Referent*in: Ismail Küpeli

Für Rollstuhlfahrer*innen eingeschränkt nutzbar- bezüglich mobiler Rampe Personal ansprechen

Mit rund 12.000 Anhänger*innen sind die ‚Grauen Wölfe‘ die zweitgrößte extrem rechte Bewegung in Deutschland. Die Ideologie des türkischen Rechtsextremismus ist zutiefst geprägt von autoritären, nationalistischen, rassistischen, antisemitischen und queerfeindlichen Elementen. Ebenso auffällig ist das Verschwörungsdenken, das mit zahlreichen Feindbildkonstruktionen unter anderem gegen Armenier, Juden, Kurden und allgemein gegen den Westen einhergeht. In den letzten Jahren hat insbesondere der israelbezogene Antisemitismus innerhalb des türkischen Rechtsextremismus an Relevanz und Intensität zugenommen, wie die antiisraelischen Mobilisierungen seit dem 7. Oktober 2023 zeigen. Küpeli beleuchtet die Geschichte, Ideologie, Akteure und Netzwerke der türkischen extremen Rechten, stellt aber auch antifaschistische Gegenstrategien vor.

Probleme des Antirassismus – Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und Intersektionalitätsforschung in der Kritik

Datum, Uhrzeit: Mittwoch 25.06., 16 Uhr
Ort: GD 02/236
Referent*in: Andreas Stahl

barrierefreier Ort, barrierefreies WC GD 02/134

Nicht erst seit den Protesten der Black-Lives-Matter-Bewegung im Jahr 2020 hat die Debatte über Rassismus in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung eine zentrale Rolle eingenommen. Einzug in den gesellschaftlichen Mainstream erhalten dabei besonders Positionen, die von akademischen Strömungen wie »Critical Whiteness«, dem Postkolonialismus oder Poststrukturalismus beeinflusst sind. Statt einer theoretischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen des Rassismus begegnet man in diesen Ansätzen häufig Angriffen auf Universalismus und Vernunft oder der Einebnung der Spezifik von Antisemitismus und Holocaust. Dagegen befinden sich sozialpsychologisch, ideologiekritisch und materialistisch argumentierende Analysen und Kritiken von Rassismus immer stärker in der Defensive. Der Band beleuchtet insbesondere die blinden Flecken und Verzerrungen des vorherrschenden Antirassismus und versucht gleichzeitig einige Leerstellen gegenwärtiger Rassismustheorie zu füllen.

Importiertes Leid und Klimachaos: Die dunkle Seite der aktuellen Erdgaspolitik

Datum, Uhrzeit: Dienstag 24.06., 18 Uhr
Ort: GD 04/520
Veranstalter*in: Fridays For Future Bochum

barrierefreier Ort, barrierefreies WC GD 04/133 oder 04/135

Die Klimakrise eskaliert immer weiter. Dabei wird die Nutzung von Erdgas ausgeweitet durch Friedrich Merz oder auch Donald Trump mit dem Slogan „Drill Baby Drill“. Doch warum ist Erdgas oft sogar schlimmer als Kohle? Und was hat Deutschlands Gas-Wahn mit Geopolitik, Fracking, Menschenrechtsverletzungen und Umweltrassismus zu tun? Das wollen wir in dieser Veranstaltung erklären.

Revolutionäre Stadtteilarbeit- Unsere politische Arbeit in Stahlhausen

Datum, Uhrzeit: Montag 23.06., 18 Uhr

Ort: GD 04/520

Veranstalter*in: Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Stahlhausen

barrierefreier Ort, barrierefreies WC 04/133 oder 04/135

“Raus aus der Szene, hinein in die Klasse”-Doch fernab von solchen Leitsprüchen fehlt es in der radikalen Linken oft an theoretischen Grundlagen und wirksamen Strategien, um revolutionäre Ideen in der Gesellschaft zu verankern. Die Stadtteilgewerkschaft arbeitet daran, Menschen in ihrem Wohnumfeld für linke Politik zu begeistern und eine Gegenmacht von unten aufzubauen. Was ist revolutionäre Stadtteilarbeit überhaupt? Wieso ist sie wichtig für eine starke linke Bewegung? Welche Strategien nutzen wir und wie sieht unsere politische Arbeit eigentlich genau aus? Diese und viele andere Fragen beantworten wir in unserem Vortrag.

“Save our Souls” Film und Gespräch zum Weltflüchtlingstag

Datum, Uhrzeit: Dienstag 17.06., 19:30 Uhr
Ort: endstation.kino
Veranstalter*in: Seebrücke Bochum
Weitere teilnehmende Initiativen: Flüchtlingsrat NRW, Bahnhof Langendreer

barrierefreier Ort, barrierefreies WC

Im Mittelmeer kreuzen sich die Wege von Menschen, die auf eine neue Zukunft hoffen, mit denen der Seenotretter:innen der „Ocean Viking“. Sechs Wochen lang begleitet Regisseur und Fotograf Jean Baptiste Bonnet ihre bewegende Reise. Mit eindringlichen Bildern zeigt er die geduldige Wachsamkeit der Crew, die Anspannung bei jeder Rettung und die Momente der Hoffnung, wenn das Schiff endlich einen europäischen Hafen erreicht. Doch es sind vor allem die Stimmen der Geretteten, die berühren – ihre Geschichten von Flucht, Verlust und Sehnsucht nach Sicherheit.  Bonnets Kamera fängt diesen besonderen Ort zwischen Gefahr und Hoffnung in ruhigen, eindrucksvollen Bildern ein – ein zeitloser Raum vor den Toren Europas.  

Zwischen Definition und Deutung: Perspektiven einer opfer- und betroffenenzentrierten Rechtsterrorismusforschung

Datum, Uhrzeit: Dienstag 17.06., 18 Uhr
Ort: GD 04/520
Referent*in: Yassir Jakani

barrierefreier Ort, barrierefreies WC GD 04/133 oder 04/135

Yassir Jakani lädt zu einem Vortrag ein, der sich den öffentlichen Aushandlungsprozessen rechtsextremer Gewalt in Deutschland widmet. Aufbauend auf einem opfer‑ und betroffenenzentrierten Rechtsterrorismusbegriff werden anhand exemplarischer Fallstudien rechtsextremer Todesopfer ihre staatliche Anerkennungspraxis und deren Grenzen diskutiert. Dabei wird beleuchtet, wie Anerkennungs‑ und Vergessensprozesse das kollektive Gedächtnis prägen und welche Rolle staatliche Anerkennung für eine inklusive Erinnerungskultur spielt. Abschließend zeigt der Vortrag auf, wie sich Spuren rechtsextremer Gewalt in Deutschland als umkämpfte Narrative im kollektiven Gedächtnis manifestieren.